Volker Weitkamp
Volker Weitkamp

Die Digitalisierung und der Mittelstand

Greifbare Maßnahmen statt hohler Phrasen für mittelständische Unternehmen

Die „digitale Revolution“: Sie ist überall – und die Digitalisierung als Schlagwort in aller Munde. Wie immer, wenn globale Trends ausgerufen werden, scheint jedoch kaum einer genau zu wissen, was sich hinter dem beliebten Begriff verbirgt. In Werbung und Marketing wird die Digitalisierung vor allem dann bemüht, wenn es gilt, Kunden etwas zu verkaufen: „Sind Sie schon dabei bei der Digitalisierung? Haben Sie den Digitalisierungsanschluss verpasst?“ Die Drohung zieht, umso mehr, je weniger sich der angesprochene Kunde selbst als kompetent erlebt. Die Digitalstrategie als Wunderwaffe – wenn dies so einfach wäre, stünden viele Unternehmen besser da, als sie es tatsächlich tun.

Wir möchten Sie heute beruhigen: Auch wenn Sie als Mittelständler das Gefühl haben, im ganzen Trend-Geplänkel nur Bahnhof zu verstehen oder sich in die Digitalisierungssackgasse manövriert zu haben: Es ist nicht zu spät. Und: Es finden sich Ansatzpunkte, in denen digitale Neuerungen auch Ihr Unternehmen weiterbringen. Und das ganz ohne Phrasengedresche!

1. Interaktive Tools: Websites mit Mehrwert

Websites gewinnen immer öfter Mehrwert über interaktive Tools hinzu. Hier kann der Nutzer individuelle Werte eingeben und so eine Art automatisierte Beratungsleistung abrufen: Angebote und Preise werden generiert, Leistungen unverbindlich konkretisiert lange vor der ersten direkten Kontaktaufnahme. 

Auch das ist ein Effekt der Digitalisierung: Individuelle Kommunikation findet durch hinterlegte Algorithmen automatisiert statt – ohne nennenswerten Mehraufwand und mit zufriedenen, weil in ihren Bedürfnissen erkannten Kunden. Ein Beispiel aus der Praxis: Die PACO GmbH & Co. KG bietet Kunden Hallen als Stahlkonstruktionen, als Bausatz zur Selbstmontage oder als komplett montierte Hallengebäude an. Teil der PACO Website (www.paco-metallbau.de) ist ein Hallenkonfigurator, der Interessenten für ihre Eckdaten nicht nur einen Angebotspreis anzeigt, sondern gleich eine 3-D-Visualisierung mitliefert. Hier gilt: Der Nutzer entscheidet sich eher für den Anbieter, wenn er bereits personalisierte Informationen erhalten hat. Die Absprungrate auf entsprechenden Unterseiten sinkt erwartbar.  

Ein weiteres Beispiel für die Digitalisierung im „kleinen“ ist der Etiketten-Konfigurator unseres Kunden EPSI Europe, mithilfe dessen man seine individuellen Maskierlösungen für die Lackierindustrie generieren kann.

Unser Tipp: Interaktive Tools bereichern vor allem die Websites von Kunden aus der Baubranche und dem Logistik-Bereich. Sie sind überall dort sinnvoll einsetzbar, wo eine überschaubare Anzahl von Angebots-Parametern wechselnd kombiniert wird.

2. Vertrieb 4.0: überzeugend digital

Auch in Zeiten der Digitalisierung werden nicht alle Akquiseprozesse ins Web verlagert. Es gibt sie noch immer, die Begegnung zwischen Vertriebler und potenziellem Neukunden. Und sie hat nichts von ihrer Bedeutsamkeit eingebüßt. Doch auch, wo Mensch und Mensch sich in geschäftlicher Absicht begegnen, besteht Spielraum zur digitalen Optimierung: Für unsere Kunden entwickeln wir regelmäßig digitale Vertriebspräsentationen, die mit der klassischen Klick-Klick-Sleep-PowerPoint rein gar nichts gemein haben. Wir sorgen dafür, dass sich Präsentationen im Vorfeld spielend einfach dem jeweiligen Kunden anpassen lassen. Ein modernes Erscheinungsbild ist selbstverständlich. Animationen oder vergleichbare technische „Spielereien“ halten das Interesse beim Gegenüber aufrecht und hinterlassen einen modernen Eindruck vom anbietenden Unternehmen.  

Ein Beispiel, die Vertriebspräsentation unseres Kunden System Alliance Europe, die zeigt, dass man auch umfangreiche Inhalte strukturiert und interessant präsentieren kann. Hier geht es zur PowerPoint Präsentation von SAE.

3. Digitale Signale: Themen neu besetzen

Gerade in Sachen Digitalisierung ist die Außenwirkung nicht zu unterschätzen: Für ein modernes mittelständisches Unternehmen gehört es heute dazu, sich mit Digitalisierungsprozessen auseinanderzusetzen. Das einleitend beschriebene Schüren von Ängsten funktioniert nur deshalb so gut, weil jeder Unternehmer weiß: Nichts ist schlimmer, als zum alten Eisen zu gehören. Deshalb genügt es nicht, digitale Tools zu nutzen. Die moderne Markenidentität muss zudem nach außen gelebt werden. Hier zeigen kleine, pointierte Signale oft große Wirkung: Das können entsprechende Online-Marketing-Kampagnen sein, kompetent geführte Social-Media-Auftritte – oder die selbstverständliche Verwendung von Hashtags, die sagt: Wir sind im Mittelstand 4.0 angekommen. Wer als Bauunternehmen oder Logistik-Dienstleister Fachkräfte sucht, ist außerdem gut damit beraten, seine Recruiting-Konzepte auf den neuesten digitalen Stand zu bringen. Denn: Der gut ausgebildete Nachwuchs prüft potenzielle Arbeitgeber im eigenen Interesse auf deren Zukunftstauglichkeit.  

Neugierig geworden? Mehr Ansätze für Ihre digitale Optimierung liefern wir Ihnen ganz analog im persönlichen Gespräch: Tel.: 0541 9153110.

 

Autoren-Information:
Volker Weitkamp ist Gründer und Geschäftsführer der B2B-Marketing-Agentur weitkamp marketing und selbst seit mehr als 20 Jahren Spezialist für B2B-Werbung. Unter dem Motto „B2B. Marken. Kommunikation.“ hat sich weitkamp marketing seit April 2017 auf die Beratung und Unterstützung von B2B-Unternehmen in den Bereichen Kommunikation und Markenbildung spezialisiert.

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